Interview mit Veronika Scheffer: Wie macht man ein Skigebiet Sommerfertig?

Veronika Scheffer ist die Geschäftsführerin der Liftgesellschaft Zauchensee. Als Expertin weiß sie am besten, was in den warmen Monaten in einem Skigebiet passiert.

Wann endet die diesjährige Wintersaison genau und was passiert nach Betriebsende mit den Liftanlagen?

Die Wintersaison haben wir am 23. April mit der Orts-Vereinsmeisterschaft, einem Großevent für Altenmarkter beendet. Die Anlagen werden abgedreht und wenn die letzte Kabine steht, ist offiziell Schluss. Im nächsten Schritt müssen die Schneeleitungen stromlos gemacht werden. Sämtliche Tafeln auf der Piste werden entfernt. Anschließend schicken wir die Reinigungskräfte los. Der Müll kommt weg und die Straßen werden gewaschen. Die Wege werden vom Schnee freigeräumt. Und der Kammerjäger geht seine jährliche Runde in den Hütten.

Wo übersommern eigentlich die Pistenraupen?

Die Schneekanonen werden in einer extra Garage übersommert. Die Pistengeräte und alle sonstigen Geräte, die wir im Sommer am Berg nicht brauchen, kommen in eine Lagerstätte im Tal.

Wie viel Zeit bleibt Ihnen für die Pistenwartung? Was wird im Skigebiet genau gemacht?

Bis Mitte Mai haben unsere „Liftler“ erstmal Betriebsurlaub. In dieser Zeit geht alles relativ schnell. Aufgrund der Höhenlage, haben wir keinen richtigen Frühling. Wenn die Schneeschmelze abgeschlossen ist und es regnet, wird es bei uns sofort grün. Innerhalb von 14 Tagen werden alle Zäune hergerichtet. Die Pisten müssen von Unrat befreit werden – Skiteller, Papier … man findet alles Mögliche.Wir nehmen Düngungen vor und bearbeiten „Wunden“ auf der Piste, wie zum Beispiel Grassamen säen. Dann kommen die „Liftler“ wieder und beginnen die Sommerrevisionen.

Was passiert mit den Skipisten nach Saisonende, werden diese über die Sommermonate auch als Weideland von den Landwirten genutzt?

Ende Mai bis Anfang Juni kommen in Zauchensee/Flachauwinkl 600 Tiere auf die Almen. Sechs Bauern mit je über 40 Kühen, Kälbern und Jungvieh nutzen das Weideland.

Wann startet die Sommersaison genau und gibt es im Sommer Events?

Die Sommersaison startet am 23. Juni. Eine Anlage, die Gamskogelbahn, ist im Sommer im Betrieb. Events sind das Kinderfest und die Sonnenaufgangsfahrten. Wir haben einen kleinen Bummelzug, den „Zauchi“. Es gibt einen Kinderpark und den Seekarsee mit Relaxzonen.

Gibt es Wanderwege oder anspruchsvolle Klettersteige etc.?

Die Gamskogelbahn ist Ausgangspunkt für zwei bis vier Stunden Wanderwege. Schön ist auch, wenn man auf die Gamskogelalm rauffährt, die Sonne genießt, mit den Kindern spielt und gut isst. Außerdem gibt es einen Klettersteig in Zauchensee und in Altenmarkt den Hochseilgarten. Mitte September ist Saisonende, Anfang Oktober werden die Schneekanonen wieder ausgepackt.

Was passiert mit dem Personal, werden bestimmte Berufsgruppen auch über die Sommersaison weiter beschäftigt? Was sind ihre Aufgaben?

Gastronomen betreuen die Gamskogelhütte. Auch die Buchhaltung arbeitet durchgehend. 65 Sommermitarbeiter machen die Lifte wieder fit. Sie kümmern sich um Revisionen und kontrollieren zum Beispiel, ob es in den Stützen Verschleiß gibt. Außerdem ist das Skigebiet zuständig für die Pistenpflege und Wegerhaltung.

Gibt es über die Sommermonate Umbauarbeiten im Skigebiet?

In Radstadt/Altenmarkt bauen wir heuer einen Speicherteich mit 110.000 qm2 Kapazität. Der Baubeginn ist für Anfang Mai geplant.

Worauf freuen Sie sich in der Sommersaison immer am meisten?

Besonders freue ich mich auf freie Wochenenden und meine Freunde. Diese Ruhe im Bergsommer und die Sonnenaufgänge, das ist einfach schön.

 

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